Eckball im Fußball: Varianten, die Tore bringen

Eckballkombinationen, die du im Training wiederholen kannst: die Zonen, die du angreifst, die Laufwege, die Raum schaffen, und wie du eine Variante in deiner Mannschaft verankerst.

Thibaud C. · Athletiktrainer · Zuletzt aktualisiert: 26. September 2026

Ein Eckball wird vorbereitet wie eine Spielsituation: vorher festgelegte Laufwege, verteilte Rollen, ein Signal. Hier sind drei komplette Varianten, einfach und wiederholbar: eine, um einen kopfballstarken Spieler freizuspielen, eine, um eine Raumdeckung auszuhebeln, und eine, um den zweiten Pfosten anzugreifen.

Variante 1 — Den Zielspieler freispielen (Flanke nach innen und Doppelblock)

1. nach innen gedreht TW 3. Block auf den Torwart 4. Block auf den Innenverteidiger 2. die Traube startet 5. der Zielspieler kommt frei
Während die Traube und die Blocks alle binden, startet der Zielspieler aus der Tiefe und kommt frei zum Abschluss.

Der Ablauf: 1) Der Schütze schlägt eine nach innen gedrehte Flanke auf den ersten Pfosten; 2) die Traube löst sich Richtung Tor auf; 3) ein Spieler stellt sich dem Torwart in den Weg; 4) ein anderer stört den Innenverteidiger; 5) dein Zielspieler, mit Anlauf aus der Tiefe gestartet, kommt frei an den Ball.

Variante 2 — Der kurz ausgeführte Eckball

1. kurz 2. Dribbling für den Winkel 3. Rückflanke zum Elfmeterpunkt Traube (Täuschung)
Sehr wirksam gegen eine Raumdeckung: Man lockt sie heraus und schlägt dann die Rückflanke.

Der Ablauf: 1) Zwei Spieler gehen kurz, um ein bis zwei Verteidiger aus dem Strafraum zu locken; 2) der Empfänger dribbelt, um den Winkel zu verbessern; 3) er flankt zurück auf einen anlaufenden Spieler am Elfmeterpunkt, der direkt abschließt. Lass immer einen Spieler zur Absicherung hinten, um den Konter zu stoppen.

Variante 3 — Den zweiten Pfosten besetzen

Die einfachste der drei und im Amateurfußball oft die wirkungsvollste, weil sich die meisten Abwehrreihen vor dem Tor konzentrieren. Der Ablauf: 1) Drei Spieler starten als Traube zum ersten Pfosten und binden die Masse; 2) der Schütze spielt über die Traube hinweg, auf den zweiten Pfosten; 3) ein bewusst verspätet gestarteter Spieler kommt dort mit Anlauf an, meist ohne direkten Gegenspieler; 4) er legt in die Mitte zurück, statt aus spitzem Winkel abzuschließen.

Das Detail, das sie funktionieren lässt: Der Spieler am zweiten Pfosten muss von außerhalb des Strafraums starten. Wartet er schon dort, wird er wie alle anderen gedeckt.

Die vier Prinzipien, die jede gute Variante teilt

Wie viele Spieler nach vorne schicken?

Es gibt keine absolut richtige Zahl, nur eine Abwägung. Sechs oder sieben Spieler nach vorne zu schicken erhöht deine Präsenz im Strafraum, macht dich aber anfällig für den Konter, wenn der Ball geklärt wird. Die gebräuchlichste Regel: mindestens einen Spieler mehr hinten lassen, als der Gegner Angreifer vorne belässt, plus einen Spieler am Strafraumrand. Lässt der Gegner zwei Spieler vorne, behältst du also drei hinten.

Diese Rechnung ändert sich im Spielverlauf: Bei einem Rückstand zehn Minuten vor Schluss gehen viele Mannschaften bewusst das Risiko ein und schicken alle nach vorne. Das ist eine Trainerentscheidung, keine Regel.

Wähle EINE Variante pro Seite und wiederhole sie, bis jeder seine Rolle im Schlaf kennt. Der Schütze zeigt an, welche gespielt wird, bevor er antritt. Zwei gut sitzende Varianten sind mehr wert als sechs ungefähre.